»Ich bin jemand – trotz meiner Krankheit« Neue Anlaufstelle in Balingen für Menschen nach Gehirnverletzung oder -operation

15. Juli 2011
Ich bin jemand - trotz meiner Krankheit

Von Bernd Visel
Balingen. Auch nach einer Gehirnverletzung oder -operation »geht das Leben weiter«, sagen Gisela Swoboda, Leiterin der Selbsthilfegruppe (SHG) Reiten mit Handicap, und Hermine Huhn. Sie haben für Betroffene und Angehörige im Zollernalbkreis eine neue Anlaufstelle innerhalb der bestehenden SHG Reiten mit Handicap gegründet, die am Netzwerk der Selbsthilfegruppen »Miteinander — Füreinander« im Zollernalbkreis beteiligt ist.

Swoboda und Huhn kooperieren auch mit der SHG Leben nach Gehirn-OP, die sich unlängst in Tübingen gegründet hat. Die beiden eigenständigen Vereinigungen stehen in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe und dem Sozialforum Tübingen.

Die enge Zusammenarbeit soll für die Betroffenen ein breites Spektrum an Informationen und Angeboten ermöglichen, das laufend erweitert werden soll.

So möchte die Gruppe Betroffenen und deren Angehörigen nach einer Gehirnverletzung oder -operation Hilfen etwa bei Behördengängen und Nachbehandlungen geben. Ganz wichtig, so Huhn, sei auch der Austausch von Erfahrungen. Dazu werden Projekte und Vorträge organisiert. »Was kann, soll und muss ich beachten?« Diese Fragen würden sich für Menschen nach einer Gehirnoperation genau so stellen wie für Menschen nach einem Schlaganfall.

»Dem Körper muss die Chance gegeben werden, sich ganzheitlich auf seinen eigenen Rhythmus einzupendeln«, weiß Hermine Huhn. In Balingen sei eine unterstützende Therapie etwa im Rahmen von Reiten mit Handicap möglich.

Durch den Sport werde der »Selbsterhaltungstrieb« gestärkt, was für die Betroffenen sehr wichtig sei, wie sie aus eigener Erfahrung weiß. »Ich bin jemand – trotz meiner Krankheit«, diese Erkenntnis wolle man weitergeben. Und Gisela Swoboda fügt hinzu, dass in einer Selbsthilfegruppe vieles viel einfacher zu bewerkstelligen sei, weil man
sich gegenseitig Hilfe geben und Mut zusprechen könne: »Geteiltes Leid ist halbes Leid«, bestätigt Hermine Huhn.

Betroffene und Angehörige können sich an Gisela Swoboda, Telefon 07433/5840, ­E-Mail kontakt@reitenmit handicap.de, oder an Hermine Huhn, Telefon 07433/ 23823, wenden. Das Reiten mit Handicap findet dienstags
von 14 bis 15 Uhr auf dem Rosenhof in Heselwangen statt.


Bildtext:
Hermine Huhn (links) und Gisela Swoboda kümmern sich in Balingen um
Menschen nach einer Gehirnoperation oder -verletzung.

Foto: Visel


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Mit freundlichen Grüßen

Bernd Visel
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